08.03.2001 / Die Woche      

sonstiges

Haste mal 'ne Million?

Verdient, gewonnen, geerbt: Jedes Jahr gibt es etwa 2000 neue Millionäre in Deutschland. Doch die neuen Reichen beteiligen sich immer weniger an der Finanzierung des Staates.

von Sonia Shinde

Jeden Montagnachmittag fährt Karl-Heinz Lersch über die Dörfer, neben ihm ein schwarzer Aktenkoffer und ein wertvoller Brief. Mit dem schmucklosen Schreiben werden die Adressaten zu Empfängern von 1 Million, 2, 5, 10 und mehr. "Wenn ich bei den Leuten klingele und erzähle, daß sie 5 Millionen Mark im Lotto gewonnen haben, können die meisten gar nichts damit anfangen", sagt Lersch, "das ist für die wie Spielgeld, völlig irreal. Wenn ich aber sage, Sie können künftig jeden Tag 1500 Mark Zinsen verjubeln, dann müssen sie sich erst mal setzen."

In der Bundesrepublik gibt es jedes Jahr 300 Lotto-Millionäre, also fast täglich einen. "Wir verkaufen keine Lottoscheine, sondern Träume", sagt Elmar Bamfaste, Sprecher der Westdeutschen Lotterie, der größten in Deutschland. Der Traum vom Reichsein hat Konjunktur. Mehr als 160 Titel weisen in den Buchläden den Weg zum Instant-Millionär, selbsternannte Reichtumsgurus verraten ihre ebenso simplen wie sinnlosen Tricks in der Boulevard-Presse.

Was in den revoltenbewegten Siebzigern und den ökologisch umtriebigen Achtzigern streng verpönt war, ist spätestens seit dem Börsenboom der Neunziger in Mode. Reichsein ist schick, die Jagd nach der schnellen Million salonfähig. Ob als Ratefuchs bei Günther Jauch, als Lachnummer bei der RTL-Kuppelpleite "Ich heirate einen Millionär", als Start-up-Unternehmer oder Börsenzocker - Hauptsache 'ne Million! Reichtum werde beim neuen Börsenmenschen zur wichtigsten Ressource gegenseitigen Anerkennens, lautete eine zentrale Erkenntnis des Soziologentages in Köln. Verkürzt ausgedrückt: Haste was, dann biste was.

Bis zum Börsencrash Ende vergangenen Jahres vermehrten sich hierzulande die Millionäre vorübergehend fast so schnell wie die Karnickel, alle 6,9 Minuten gab es einen neuen, ermittelte das Statistische Bundesamt im Mai 2000, insgesamt hatten 252.000 Menschen ein Millionenvermögen. Und immerhin 27.000 Deutsche haben 1998 mehr als eine Million Mark verdient.

Dennoch: Reich zu sein kann sich niemand so recht vorstellen, außer den Reichen natürlich, aber die schweigen sich aus. Denn: "Sich outen geht immer in die Buxe", so die Erfahrung von Lotterie-Sprecher Bamfaste. "Wir empfehlen den Gewinnern, nicht so auf die Sahne zu hauen, und meistens klappt das auch." Ausnahmen wie Lotto-Lothar, der seine 3,9 Millionen Mark fast genauso schnell verjubelt hat wie manches Start-up-Unternehmen sein Kapital, bestätigen nur die Regel.

Richtig Reiche sind richtig diskret. Je mehr Geld sie haben, desto weniger reden sie darüber. So erfährt man zwar, dass Top-Model Claudia Schiffer im "Badrutt's Palace Hotel" in St. Moritz residiert, wo die Nacht 1200 Mark kostet, daß sich die Wege von Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp und des Boss-Vorstandsvorsitzenden Werner Baldessarini beim Hahnenkammrennen im Januar in Kitzbühel ebenso kreuzen wie die von Franz Beckenbauer und Thomas Gottschalk. Doch wie millionenschwer die Vorzeige-Barbie, der Fußball-Kaiser und die Supernase wirklich sind, weiß niemand.

Bei Boris Becker kann man es nach dem Scheidungskampf mit Babs (30 Millionen Mark Abfindung) zumindest ahnen. Von Lebemann Gunter Sachs (geschätztes Vermögen: rund 1 Milliarde Mark), den von Bismarcks (2,2 Milliarden Mark) und Patrick Graf von Faber-Castell mit rund 900 Millionen Mark weiß man es annähernd. "Man redet eher über Sex als über Geld", sagt der Bochumer Reichtumsforscher Ernst Ulrich Huster. "Schuld ist die Fiktion, dass wir 1948 bei Gründung der Bundesrepublik alle gleich waren und uns dann mehr oder weniger hochgearbeitet haben, deswegen gibt es so wenig aktuelle Vermögensstatistiken."

Huster und die übrige Handvoll deutscher Reichtumsforscher reden von den Reichen wie der Blinde von der Farbe. Denn ob Statistik oder Finanzamt - wie viele Reiche, Superreiche und Ultrareiche es wirklich in der Bundesrepublik gibt, weiß niemand. In der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, die alle fünf Jahre Einnahmen und Ausgaben von 70.000 Haushalten protokolliert, werden Menschen mit einem Einkommen von mehr als 35.000 Mark im Monat erst gar nicht erfaßt. Und seit das Bundesverfassungsgericht 1996 die Vermögensteuer als nicht verfassungskonform kassierte, fällt auch diese Erkenntnisquelle weg. Von den etwa 800 Milliarden Mark Vermögen, die nach Schätzung der Deutschen Steuer-Gewerkschaft irgendwo in Steueroasen geparkt sind, will auch niemand etwas wissen.

"Reichtum ist ein scheues Wild", mußten SPD und Grüne feststellen, als sie 1999 den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung in Auftrag gaben. Im April soll er fertig sein, und lediglich 30 des bisher 700 Seiten starken vorläufigen Konvoluts befassen sich mit der Welt der Wohlhabenden.

Wer also ist reich? Eindeutig die "alten" Reichen vom Schlage der Flicks und Krupps. Allein die Aldi-Brüder Karl und Theo Albrecht sind 41 Milliarden Mark schwer (siehe Seite 33). Insgesamt besitzen die zehn reichsten Deutschen ein Vermögen von 186,1 Milliarden Mark, das entspricht dem Bruttosozialprodukt von Irland. Die alten Reichen sind im Schnitt um die 50, leben in Hamburg, Stuttgart oder am Rhein. Ihr Vermögen ist in Wertpapieren, Maschinen oder Immobilien angelegt, sagen die Bankiers der Dresdner Bank. Und: An die Superreichen heranzukommen ist schwer, trotz Einladungen zur Hochwildjagd in der Eifel, zum Golfturnier in den Münchner Riederhof, zum Oldtimer-Rennen auf dem Nürburgring, zum Boxenstopp mit Michael Schumacher oder zur Opernpremiere in Bayreuth.

Neue Reiche aus der New Economy hingegen sind um die 30, leben in München, Köln, Berlin oder Düsseldorf und sind noch schwerer zu ködern, es sei denn, man kennt sich vom Börsengang. 100 Relationship-Manager kümmern sich bei der Deutschen Bank um die Neu-Millionäre, Hauskauf auf Mallorca inklusive. Bei der Dresdner Bank sorgen fünf Spezialisten für Jung-Unternehmer, die beim Börsengang reich geworden sind. Arme neue Reiche gibt es nach Kenntnis der Bankberater trotz des Börsencrashs kaum. New-Economy-Millionäre verhalten sich konservativ beim Geldanlegen: Immobilien, Blue Chips und höchstens noch Beteiligungen an Unternehmen aus der gleichen Branche.

Manche pflegen einen ganz eigenen Umgang mit den Beratern: Ralph Dommermuth, Chef der Software-Firma United Internet (geschätztes Vermögen: 93,6 Millionen Euro) aus Montabaur im Westerwald, lässt Banker bereits von der Sekretärin abwimmeln. Einziger Trost für die Abgewiesenen: Gemessen am alten Reichtum besitzen die Könige der New Economy nur Peanuts. Andreas von Bechtolsheim, Gründer des Computerbauers Sun Microsystems, liegt mit zwei Milliarden Mark auf Platz 66 der Reichen-Hitliste, Mobilcom-Chef Gerhard Schmid landet mit seinen 1,8 Milliarden Mark auf Platz 70. Weit abgeschlagen die übrigen New-Economy-Stars wie Vorzeige-Ostler Stephan Schambach (Intershop, 63,3 Millionen Euro).

Ungefähr 365.000 deutsche Euro-Millionäre ermittelten die Investmentbanker von Merrill Lynch und Cap Gemini in ihrem "German Wealth Report 2000". Zusammen besitzen diese High Networth Individuals (HNWI) rund 2000 Milliarden Euro. Jedes Jahr kommen fast 2000 Euro-Millionäre hinzu. Mehr als 30 Millionen Euro besitzen 3700 Deutsche - die Ultra High Networth Individuals (UHNWI). Die britischen Marktforscher von Datamonitor gehen von 50 bis 100 superreichen Deutschen mit mindestens 1 Milliarde Mark Vermögen aus.

Doch Reichtum ist relativ. Reich sei, wer mindestens 10.000 Mark netto im Monat verdiene, sagt Reichtumsforscher Huster. Das ist doppelt so viel wie das statistische Durchschnittseinkommen pro Haushalt. Für Husters Münsteraner Kollegen Jürgen Espenhorst beginnt Reichtum erst bei 15.000 Mark netto im Monat. Für Datamonitor sind 2,6 Millionen Deutsche reich, jeder von ihnen hat ein Barvermögen von 300.000 Mark. Nicht ganz so bescheiden ist Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Richtig reich, wird Durchlaucht gern zitiert, sei, wer gar nicht wisse, wie viel Geld er hat. Die geborene Gräfin Schönburg zu Glauchau und Waldenburg hat reich geheiratet, das Vermögen derer von Thurn und Taxis wird auf 1,4 Milliarden Mark geschätzt.

Aber Reichtum ist meistens männlich, hat die Volkswirtin Andrea Weinert festgestellt. Unter den 100 reichsten Menschen Deutschlands sind nur fünf Frauen, alles Erbinnen oder Angeheiratete wie Quandt-Tochter Susanne Klatten, Kaufhaus-Witwe Heidi Horten-Charmat, Verlegerin Friede Springer und die Grundig-Witwe Chantal. Als eine der wenigen Selfmade-Millionärinnen könnte noch die Sex-Unternehmerin Beate Uhse gelten, deren Reichtum (Familienbesitz: 448,5 Millionen Euro) aber als leicht schmuddelig verliert.

Reiche sind eine fette Beute für Banken, denn nichts auf der Welt ist umsonst, schon gar nicht ein Bankgeschäft. Mindestens 35.000 Mark pro Jahr kostet eine Rundumbetreuung zum Beispiel bei der Dresdner Bank, 15.000 Mark die Erstellung eines umfassenden Vermögensplanes. Dafür empfängt man die Gutbetuchten in Marmor und Edelholz in einer kleinen Villa im Frankfurter Bankenviertel oder besucht die Herrschaften gleich zu Hause. Derlei Nettigkeiten gibt es beim weltgrößten Vermögensverwalter, der Schweizer Bank UBS, ab 500.000 Euro Barvermögen, bei Merril Lynch ab einer Million Euro.

Auch für Claudia Püschel-Knies ist die Vermittlung einsamer Herzen aus Geld und Gold ein einträgliches Geschäft. Zwischen 20.000 und 59.000 Mark müssen "das sprühende, temperamentvolle Geschöpf, mehrsprachig (Erbin Mio.-Vermögen)" oder der Mann, der zu den "internationalen Top-Unternehmern Europas" gehört, entrichten, wollen sie in die Kartei der Kuppelunternehmerin (Jahresumsatz: 10 Millionen Mark) aufgenommen werden. Aschenputtel hat da keine Chance. "Ein reicher Mann will nicht das süße Mädchen von der Straße, die nichts hat und nichts ist", sagt Püschel-Knies. Vorbei die Zeiten, als Hausdamen, Kindermädchen und Sekretärinnen den schwerreichen Chef bezirzen konnten.

Seit Heiraten keine ernsthafte Alternative mehr ist, bleiben nur wenig andere Möglichkeiten, um reich zu werden: Topmanager eines deutschen Konzerns zu werden wäre eine. Obwohl die Bosse gar nicht gern als reich gelten wollen. So antwortete BMW-Chef Joachim Milberg bei der Frage nach seinem Jahresgehalt: "Über Einkommen zu sprechen entspricht nicht der deutschen Kultur." Deutsche-Bank-Chef Rolf-E. Breuer fürchtet Neid und will seine Bezüge erst outen, wenn sein Unternehmen an der US-Börse gelistet ist. Dort müssen Unternehmen die Gehälter der fünf bestverdienenden Mitarbeiter preisgeben.

Bankmanager Breuer ist mit geschätzten 16 Millionen Mark pro Jahr Großverdiener unter den Topmanagern, wie die Wirtschaftsprüfer von Arthur Andersen hochgerechnet haben, dicht gefolgt von Daimler-Chrysler-Lenker Jürgen Schrempp (11,8 Millionen Mark). Fast bescheiden wirken da Bertelsmann-Vorstand Thomas Middelhoff mit 6,3 Millionen Jahressalär und der Obertelefonierer Ron Sommer (2,7 Millionen Mark). Ein Trinkgeld für den Amerikaner Charles Wang. Der Vorstand von Computer Associates International gilt mit einem Jahresgehalt von 511 Millionen US-Dollar als der bestbezahlte Manager der Welt. Da kommen in Deutschland nicht einmal Spitzensportler ran. Formel-1-Pilot Michael Schumacher gibt für rund 110 Millionen Mark im Jahr Vollgas, das ist fast so viel, wie die Münchner Bayern-Elf zusammen verdient. Deren Star Stefan Effenberg macht 8 Millionen und Radprofi Jan Ullrich strampelt für 5 Millionen gegen Konkurrenz und Übergewicht.

Aktienoptionen oder das Zocken an der Börse bleiben als Möglichkeiten zum Reichwerden. Allerdings werden Möchtergern-Millionäre da schnell zu armen Würstchen. Wie viele der rund 200 Optionsmillionäre auf der Mobilcom-Gehaltsliste und der etwa 30 schwerreichen Intershopper nach dem Crash noch übrig geblieben sind, ist unbekannt.

Kaufen konnte sich auch Georg Bortenschlager nichts für seinen Reichtum. 48 Tage lang war der Kachelofenbauer aus Rommersberg Millionär. Für 3400 Mark Erspartes hatte er im Oktober 1997 100 EM.TV-Aktien gekauft. Zweieinhalb Jahre später, am 30. März 2000, war Bortenschlagers Aktienpaket 1,2 Millionen Mark wert. Zum Jahreswechsel waren es gerade noch 50 000 Mark. Interviews gibt er deshalb nur noch gegen Cash, 500 Mark mindestens.

Wer sich nicht zum Topmanager, Zocker oder Jung-Unternehmer eignet, kann immer noch erben, dazu braucht man kein Talent. Etwa 4,4 Billionen Mark werden in den kommenden zehn Jahren in Deutschland vererbt, hat die Deutsche Vermögensberatung AG ermittelt. Die durchschnittliche Summe pro Erbfall soll bis 2010 auf über 574.000 Mark steigen. Staat zu machen ist mit ihnen nicht: 1998 wurden Erbschaften in Höhe von 300 Milliarden Mark erfasst, aber nur 4,8 Milliarden Mark Erbschaftsteuer gezahlt - gerade einmal 1,6 Prozent. Für sie gilt, was der Gießener Politologe Dieter Eißler bei allen Vermögenden moniert: "Die Reichen beteiligen sich immer weniger an der Finanzierung des Staates."

Wer schnell reich wird, kümmert sich meist vor allem um sein eigenes Seelenheil. Wie der ökologisch bewegte Studienrat, 68er und Wohngemeinschaftsbewohner Jürgen W. Nach dem Tod des Vaters, eines prominenten Arztes, kam der Schock: 5 Millionen Mark hatte er dem Sohn hinterlassen. Rat suchte der bei Alfred Platow. Seit 15 Jahren betreut der Vorstandsvorsitzende des alternativen Finanzdienstleisters Versiko jährlich 20 bis 30 Erben mit Gewissensbissen. "Die Menschen sind wie gelähmt, wissen nicht, wie sie ihr Leben weiterführen sollen", sagt er. Ab einem Vermögen von 3 Millionen Mark kümmert er sich um ökologische Investments und den sechswöchigen USA-Luxusurlaub samt therapeutisch verordnetem Geldausgeben. Seine Erfahrung mit den geplagten Erben: "Geld kann einen ganz schön fertig machen."


Die reichsten Deutschen

Pioniere und ihre Erben

Die elf reichsten deutschen Familien entstammen den Kaufleute-Clans der Nachkriegszeit oder sind Nachfahren von Konzerngründern. Ermittelt wurden die Angaben vom "Manager Magazin"

Familie Albrecht: 41 Milliarden Mark Vermögen
Theo (78) und sein Bruder Karl Albrecht (80) sind die einzigen Deutschen, die in der Weltliga der Superreichen mitspielen können. Diese wird laut US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" vom Microsoft-Verwaltungsratsvorsitzenden Bill Gates angeführt, dessen Vermögen 60 Milliarden Dollar betragen soll.

Familie von Baumbach/Boehringer: 32 Milliarden Mark Vermögen
Das 1885 gegründete Pharma-Unternehmen Boehringer Ingelheim ist noch immer in Familienbesitz. Drei Patriarchen leiten die Firma in vierter Generation: Albert Boehringer (60), Otto Boehringer (70) und der eingeheiratete Erich von Baumbach (70), der Vorsitzender des Gesellschafterausschusses ist.

Familie Engelhorn: 20 Milliarden Mark Vermögen
Familienchef Curt Engelhorn (74), ein Nachkomme des BASF-Gründers Friedrich Engelhorn, lebt mit Gattin Nummer vier auf der eigenen Bermuda-Insel. Als er 1997 Boehringer Mannheim für 19 Milliarden Mark verkaufte, schaute die Finanzbehörde in die Röhre: Engelhorn machte den Deal via Karibik.

Reinhard Mohn: 16 Milliarden Mark Vermögen
Carl Bertelsmann, der Namensgeber des Medien-Imperiums, betrieb einen Kleinverlag und war Ururgroßvater des heutigen Firmen-Patriarchen Reinhard Mohn (79). Auch im fortgeschrittenen Alter gibt der Patriarch des international operierenden Konzerns noch den Alleinherrscher, der keinen anderen Gott neben sich duldet.

Familie Herz: 15 Milliarden Mark Vermögen
1949 kamen die Hamburger Kaufleute Max Herz und Carl Tchilling-Hiryan auf die Idee, Röstkaffee auf dem Postweg zu versenden. Die Tchilling-Bohnen wurden zu Tchibo, die gleichnamige Firma schluckte Eduscho und Reemtsma. Günter Herz (60), ältester der fünf zerstrittenen Herz-Geschwister, war 36 Jahre an der Konzernspitze.

Familie von Siemens: 14 Milliarden Mark Vermögen
Mit knapp 7 Prozent am Grundkapital ist die Familie größter Einzelaktionär des Elektronik-Konzerns Siemens AG. Der Clan, der mehrere Hundert Köpfe zählt, hat seinen Aktienbesitz in der Siemens Vermögensverwaltungsgesellschaft vereint, der Peter von Siemens (63) vorsteht, Ururenkel des Gründers Werner von Siemens.

Familie Otto: 13 Milliarden Mark Vermögen
Werner Otto (91, li.) ist ein deutscher Musterunernehmer: Schwer verletzt aus dem Krieg heimgekehrt, produzierte er zunächst Schuhe. 1949 begann er mit fünf Mitarbeitern den Versandhandel. Sohn Michael (57, re.) machte den Otto-Versand zum Branchenführer. Die Familie besitzt daneben die Firma ECE, die Einkaufszentren betreibt.

Susanne Klatten: 13 Milliarden Mark Vermögen
Die studierte Betriebswirtin hat drei Kinder, sie sitzt im Management der Pharma- und Chemiefirma Altana, an der sie 50,1 Prozent besitzt, und natürlich ist Susanne Klatten (38) Erbin und Tochter: von Herbert Quandt, dem 1982 verstorbenen BMW-Großaktionär. Ihr Anteil an den Motorenwerken beträgt 12,5 Prozent.

Ervian Haub: 12,1 Milliarden Mark Vermögen
1969 übernahm Haub (68) in vierter Generation die alleinige Geschäftsleitung von Tengelmann, seit kurzem lässt er seine drei Söhne die offene Handelsgesellschaft führen. Sein Vermögen hat Haub nicht nur mit Kolonialwaren und Lebensmitteln akkumuliert, sondern auch mit Textilien, Baustoffen und Immobilien.

Otto Beisheim: 11 Milliarden Mark Vermögen
Beisheim (77) hat sich in der Schweiz einbürgern lassen, wo auch der von ihm gegründete Metro-Handelskonzern ansässig ist. Er ist kinderlos und der erste deutsche Unternehmer, nach dem zu Lebzeiten eine Universität benannt wurde: die private Hochschule für Unternehmensführung bei Koblenz - eine Spende macht's möglich.

Friedrich Karl Flick: 10,5 Milliarden Mark Vermögen
Noch ein teurer Nestflüchtling: Flick (73), einst Erbe von Deutschlands größtem privatem Industrievermögen, zog 1994 mit seiner dritten Frau Ingrid in deren österreichische Heimat. Der ehemalige "Pfleger der Bonner Landschaft" und Steuersünder hat die meisten seiner Industrie- und Versicherungs-Beteiligungen verkauft.

Bookmark setzen bei Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen oder Webnews oder